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In dgdev

Deine Hände haben mich gemacht und bereitet;
gib mir Einsicht, damit ich deine Gebote lerne!
(Psalm 119,73)

Es ist schwer zu sagen, ob man den Autor von Psalm 119 einen Wissenschaftler nennen kann. Sicher aber war er ein Mann, der forschte und viel nachdachte, und hier in Vers 73 zeigt er, dass er sich tiefgründige Gedanken darüber machte, wer ihn erschaffen hatte. Er wusste, dass, ohne genau zu wissen wie, er zuversichtlich sagen konnte: „Deine Hände haben mich gemacht.“

Als er schrieb: „Deine Hände haben mich gemacht und bereitet“, benutzt er einen Ausdruck, der uns an 1. Mose 2,7 denken lässt, wo steht, dass Gott die allerersten Menschen schuf.

Hier sagt der Psalmist nicht nur, dass Gott der Schöpfer ist, sondern er versteht auch, dass damit bestimmte Verpflichtungen Gott gegenüber verbunden sind.

Heutzutage bestreiten die Menschen einen Schöpfergott und haben keinen Sinn für Verpflichtungen einem Gott als Schöpfer gegenüber. Trotz der tiefen Ablehnung eines Schöpfergottes bleiben die Verpflichtungen des Menschen Ihm gegenüber bestehen. Der Psalmist verstand, was viele heute vergessen oder bestreiten.

Zu sagen, dass Gott unser Schöpfer ist, heißt zu erkennen:

⁃ dass wir Ihm gegenüber als dem, der uns das Leben gibt, verpflichtet sind
⁃ dass wir Ihn als den, der größer und klüger ist als wir, respektieren
⁃ dass er, als unser Designer, weiß, was das Beste für uns ist
⁃ dass, da unser Anfang mit der unsichtbaren Welt verknüpft ist, unser Ende es auch sein wird

Wenn wir uns an das Werk von Gottes Hand bei unserer Schöpfung erinnern, dann erinnern wir uns auch an die Hand unseres Schöpfers bei unserer Erlösung – an ein Kreuz genagelt, sich bereitwillig zum Ziel des Gerichts zu machen, das wir verdienen. Wir bitten Gott, dass Er uns als Werk Seiner Hände sieht und an uns die Wunden in Seinen Händen.

Er betet weiter und bittet: „Gib mir Einsicht.“ Bei seinen Gedankengängen über Gott als Schöpfer, bittet er um Einsicht. Er erkannte, dass das etwas ist, dass oft falsch verstanden wird, und dass man um die Einsicht bitten kann, Gott sowohl als Schöpfer zu verstehen als auch unsere Verpflichtungen Ihm gegenüber.

Und zum Schluss gibt er uns den Grund für diese Einsicht: „Damit ich deine Gebote lerne.“ Das Verständnis von Gott als Schöpfer und Mensch als Geschöpf führt zu dieser demütigen Beziehung, wo der Mensch zugibt, dass er Gottes Wort (Gebote) lernen muss, und wo er Sein Wort als Gebote eines weisen, liebenden und gerechten Schöpfers annimmt.

Weil Gott uns gemacht hat, hat Er das Recht uns Gebote zu geben. Sein Wort sagt uns wie, und wir sollten immer wieder darum beten, das alles verstehen zu lernen.

Von David Guzik

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