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In dgdev

Und Mose stieg von den Ebenen Moabs auf den Berg Nebo, auf die Spitze des Pisga, Jericho gegenüber. Da zeigte ihm der HERR das ganze Land: von Gilead bis nach Dan, und das ganze Naphtali, das Land Ephraim und Manasse und das ganze Land Juda bis zum westlichen Meer; auch den Negev und die Jordanebene, die Ebene von Jericho, der Palmstadt, bis nach Zoar. Und der HERR sprach zu ihm: „Dies ist das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen habe, als ich sprach: >Deinem Samen will ich es geben!< Ich lasse es dich mit deinen Augen sehen, aber hinübergehen sollst du nicht!“ Und Mose, der Knecht des HERRN, starb im Land Moab, nach dem Wort des HERRN. (5. Mose 34,1-5)

Es ist eine der tiefgehendsten emotionalen Szenen des Alten Testaments. Mose steht am Berg Nebo und überblickt das verheißene Land, und dann stirbt er dort; niemals setzte er einen Fuß in das Land, wohin er das Volk Israel im letzten Drittel seines Lebens brachte.

Als Israel in den Ebenen Moabs lagerte, sah Mose seinem Ende entgegen. Bevor er das tat, zeigte Gott ihm das Land bis hin zum Mittelmeer. Die Liste der Orte hier folgt dem Uhrzeigersinn vom Norden bis zum Süden. Mose sah das ganze verheißene Land.

Wenn Gott sagt: „ Ich lasse es dich mit deinen eigenen Augen sehen, aber hinübergehen sollst du nicht“, war das ein bittersüßer Moment. Das Herz von Mose war total aufgeregt darüber, dass er das verheißene Land so sehen konnte wie nie zuvor. Doch ohne Zweifel war da auch Traurigkeit in seinem Herzen; er wusste, dass es seine eigene Sünde war – seine eigene falsche Interpretation von Gott – die dazu geführt hatte, dass er nicht ins verheißene Land hineinkam. Hier war er so nah, und doch so weit weg.

Das war Gnade. Mose verspielte den Segen in das verheißene Land einzutreten, als er auf den wassergebenden Felsen in der Wüste einschlug, anstatt zu ihm zu sprechen, so wie Gott es befohlen hatte (4. Mose 20,7-12). Aus vielen Gründen änderte Gott seine Meinung über diese Bestrafung nicht; doch Er versüßte sie so gut wie möglich. Er ließ Mose mit eigenen Augen sehen, wofür er gearbeitet hatte. Mose starb mit dem Wissen, dass er das Rennen geschafft hatte und seine Krone gewonnen hatte. Gott sagte ihm: „Dies ist das Land, das ich … zugeschworen habe,“ und nun gab Gott es tatsächlich an Israel.

Was muss das für ein kristallklarer Tag gewesen sein, an dem Mose das Ergebnis seiner Arbeit – das Führen der Kinder Israels in das verheißene Land – sah, und an dem er Gott sagen hörte, so klar wie er Gott immer gehört hatte: „Dies ist das Land.“

Dann starb Mose, so wie Gott es gesagt hatte. Die Verheißungen von Gott sind sicher, auch Seine ernsteren Verheißungen. Alles passierte „nach dem Wort des HERRN.“ Wörtlich bedeutet der Ausdruck „nach dem Wort des HERRN“ „nach dem Mund des HERRN“. Von daher sagt die jüdische Tradition, dass Mose starb, als Gott seine Seele mit einem Kuss wegnahm. Der mittelalterliche Rabbi Maimonides schrieb, dass dies, von den 903 möglichen Arten zu sterben, die beste Art ist. So wie eine Mutter ihr Kind küsst wenn sie es zu Bett bringt, so ging Mose von dieser Welt zur nächsten.

Auch wenn Gott uns diszipliniert oder es zulässt, dass wir den bitteren Konsequenzen unserer Sünde entgegen sehen, findet Er oft einen Weg um uns dieses Leid zu versüßen. Unsere Pflicht ist es, nach diesen süßen Botschaften Seiner Gnade zu suchen und sie zu bemerken, und Ihn dafür zu preisen.

Von David Guzik

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