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In dgdev

Es ist gut für mich, dass ich gedemütigt wurde,
damit ich deine Satzungen lerne.
Das Gesetz, das aus deinem Mund kommt,
ist besser für mich
als Tausende von Gold- und Silberstücken.
(Psalm 119,71-72)

Es sind bemerkenswerte Worte: „Bevor ich gedemütigt wurde, war ich auf Abwegen, aber nun halte ich mich an dein Wort.“ Der Psalmist redet hier über die harten Lektionen, die er gelernt hatte. Es gab eine Zeit, in der es für ihn schnell hätte passieren können, dass er von Gottes Wort abirrte. Doch durch eine Zeit der Anfechtung gab er sich Gottes Wort hin.

Unsere Anfechtungen sind manchmal wie Leitplanken an den Seiten einer gefährlichen Straße, die uns sicher auf dem Weg halten. Wohlstand und Bequemlichkeit können Lücken in diesen Leitplanken sein, wo wir leicht vom Weg abkommen können. Dieses Prinzip kennt nahezu jeder, der Gott folgt. Dies ist ein Grund, warum Gott Anfechtungen bei Seinen Kindern zulässt (1. Thessalonicher 3,3). Und, wie Adam Clarke bemerkte, Anfechtung, die wir um Gottes Willen erdulden, ist ein großer Segen; wenn es nicht für Gott ist, ist es ein zusätzlicher Fluch.

Anfechtung, unter die Weisheit und Führung Gottes gestellt, brachte Gutes im Leben des Psalmisten. Doch wir müssen uns vor dem Missverständnis schützen, dass Zeiten der Anfechtungen einen automatisch besser oder gottgefälliger machen. Traurigerweise gibt es viele, die durch Anfechtungen schlechter werden – weil sie sich nicht Gottes Wort zuwenden um Weisheit und Führung für ihr Leben zu bekommen. Man kann sagen, dass die schlimmste Anfechtung die ist, bei der wir verlieren, denn dann haben wir sie nie Gott hingelegt.

Das zeigt auch, wie wertvoll es für den Psalmisten war, Gottes Wort zu lernen. Das war es ihm wert, die Anfechtung zu erdulden, wenn er nur dabei die Satzungen Gottes lernen würde.

Darum konnte er sagen: „Das Gesetz, das aus deinem Mund kommt, ist besser für mich als Tausende von Gold und Silberstücken.“ Das ist die logische Weiterführung des Gedankens aus dem vorherigen Vers. Wenn der Psalmist verstanden hatte, dass sogar Probleme gut sind, wenn sie ihn das Wort Gottes lehrten – wenn ihm das wertvoller war, als sein Trost – dann ist es auch möglich zu sagen, dass dies wertvoller ist als Reichtümer.

Diese hohe Meinung von Gottes Wort kam durch ein Leben, das Anfechtung kannte. Es war Liebe und Anerkennung vom Kampf und nicht die Paläste der Bequemlichkeit. Es gibt eine alte Geschichte von einem hebräischen Manuskript in der Bücherei des Vatikan, das 145 kg wiegt. Eine Gruppe von Juden versuchten es zu kaufen und boten dem Papst das Gewicht dieses Manuskripts in Gold an. Der Wert von 145 kg Gold war damals wie auch heute enorm groß – doch der Papst lehnte ab. Heute sind Bibeln nicht teuer – aber schätzen wir Gottes Wort?

Leider scheint es so, dass es viel zu wenige gibt, die die Einstellung des Psalmisten haben, und viel zu viele mit der Einstellung von Judas – der seinen Herrn für 30 Silberstücke verkaufte. Spurgeon sagte zu diesem Psalm: „Das Wort Gottes muss uns näher sein als unsere Freunde, lieber als unser Leben, süßer als unsere Freiheit und angenehmer als jeder irdischer Komfort.“

Von David Guzik

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