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In dgdev

„Daran sind die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels offenbar: Jeder, der nicht Gerechtigkeit übt, ist nicht aus Gott, ebenso wer seinen Bruder nicht liebt.“ (1. Johannes 3,10)

Eine Frau, völlig verängstigt und eingeschüchtert, wurde vor Jesus gebracht und zu Seinen Füßen niedergeworfen. Für ihre Ankläger war es ein klarer Fall: sie war beim Ehebruch erwischt worden. Die Gerechtigkeit des Gesetzes sagte: „ Hinrichtung durch Steinigung.“ Jesus sah diese Frau mit heiliger Liebe an, und Er sah, dass diese Frau für die Männer eine Spielfigur war, um Ihn anzugreifen. Die Liebe Gottes sagte: „Lasst sie gehen.“ Was sollte es sein? Gerechtigkeit oder Liebe?

Derselbe Mann, der diese Geschichte aufschrieb, schrieb auch den ersten Johannesbrief. In Kapitel 3, Vers 10 dieses Briefes zeigt uns Johannes einen einfachen – wenn auch nicht leichten – Weg, die Kinder Gottes von den Kindern des Teufels zu unterscheiden. Einfach der, „der nicht Gerechtigkeit übt, ist nicht aus Gott, ebenso wer seinen Bruder nicht liebt.“

Beides ist essentiell. Gerechtigkeit ohne Liebe macht einen zum religiösen Pharisäer, und Liebe ohne Gerechtigkeit macht uns zum Partner des Bösen. Wie finden wir da die Balance?

Es gibt keine Balance. Wir dürfen niemals auf Kosten der Gerechtigkeit lieben, und wir dürfen nicht auf Kosten der Liebe gerecht sein. Wir dürfen nicht versuchen da einen Mittelweg zu finden, denn das sind keine Gegenteile. Echte Liebe ist die größte Gerechtigkeit, und echte Gerechtigkeit ist die größte Liebe.

Als Jesus mit dem konfrontiert wurde, was wie eine Wahl zwischen Gerechtigkeit und Liebe aussah, handelte Er einfach nach Seiner eigenen Natur, nach der Natur Gottes: vollkommene Liebe, vollkommene Gerechtigkeit. Er sagte nicht, dass die Frau unschuldig war, dass wäre ein Ignorieren von Sünde gewesen. Und Er nahm auch keinen Stein und begann mit der Hinrichtung. Stattdessen sah er auf das größerer Übel, nämlich dass die Männer die Frau zu Ihm gebracht hatten. Er fragte sie, ob unter ihnen einer ohne Sünde sei; der dürfe den ersten Stein werfen. Und keiner tat das. Als sie gingen, waren da keine Ankläger mehr, also wurde die Sache fallen gelassen. Heißt das, dass ihre Sünde unwichtig war? Keineswegs. Jesus sagte ihr: „ geh und sündige nicht mehr.“ Liebe und Gerechtigkeit waren nicht ausgeglichen; beides hat an jenem Tag gesiegt.

Wenn die Leute sich dein Leben anschauen, sehen sie sowohl Liebe als auch Gerechtigkeit? Nur eins davon ist nicht genug. Wenn man beides sehen kann, sieht man die Natur Jesu in dir. Bitte Jesus, dass Er Seine Liebe und Seine Gerechtigkeit heute in deinem Leben lebt.

Von David Guzik

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