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In dgdev

Öffne mir dir Augen, damit ich sehe
die Wunder in deinem Gesetz!
(Psalm 119,18)

Dieser einfache Satz aus dem großartigen Psalm 119 ist eine Bitte um Erkenntnis, damit man Gottes Wort verstehen kann. Der Psalmist betete: „Öffne mir die Augen, damit ich sehe“, weil er erkannt hatte, dass er ohne Gottes Hilfe nicht alles, was in Gottes Wort zu finden ist, sehen konnte.

Unsere Augen sind (geistlich und sogar geistig) wie mit einem Vorhang oder einem Schleier verdeckt, der weggenommen werden muss, bevor wir sehen können. Menschliche Anstrengungen und Analysen helfen da nur wenig oder gar nicht, es sei denn der Vorhang wird weggenommen.

Es ist nicht die Bibel, die eine Veränderung braucht, weil sie unklar wäre; wir sind die, die verschleiert sind und die das Wort Gottes ohne das Werk des Heiligen Geistes nicht verstehen können. Die Augen von Paulus wurden geöffnet, als er sich bekehrte (Apostelgeschichte 9,18); es fiel ihm wie Schuppen von den Augen.

Der Psalmist brauchte keine deutlichere Bibel oder eine neue Offenbarung; er musste die Offenbarung, die ihm schon gegeben war, erkennen. Er brauchte keine neuen Augen; er musste mit den Augen sehen, die er schon hatte.

Mit diesen geöffneten Augen konnte er die „Wunder in deinem Gesetz“ sehen. Es gibt Wunder in der Schrift; aber man kann sie nur sehen, wenn Gott einem die Augen geöffnet hat. Das bedeutet, das Gebet ein wichtiger (und oft vernachlässigter) Teil des Bibelstudiums ist.

Das bedeutet auch, dass nicht jeder diese Wunder in Gottes Wort sieht, doch wenn einer sie sieht, sollte er es als Beweis für Gottes Segen und Gunst betrachten.

Gott hat dem Menschen einen Sinn für Wunder gegeben, und es gibt einige Dinge, die ihn anregen. Etwas Neues und Unerwartetes kann zu Verwunderung führen; das Schöne und Großartige kann zu Verwunderung führen; das Mysteriöse und Unbekannte kann zu Verwunderung führen. Man kann sagen, dass Gott uns diesen Sinn für Wunder gegeben hat, als er uns Sein Wort gab. Der Heilige Geist macht uns für die Bibel empfänglich und lässt uns ständig neue und unerwartete Dinge sehen, tolle und schöne Dinge; mysteriöse und unbekannte Dinge. Es ist eine Schande, dass viele Christen nach Wundern suchen ohne dabei in Gottes Wort zu schauen.

Überleg einmal, was alles in der Bibel ist, was du nicht siehst. Denk an all die Wunder, die ganzen Schätze darin, aber du siehst sie nicht. Du kannst manche Dinge sehen, auch wenn du nicht alles erkennen kannst, und manchmal glaubst du Dinge zu sehen, die gar nicht da sind. Aber diejenigen, die mehr sehen als du, sind nicht unbedingt schlauer oder besser; ihre Augen sind einfach weiter offen.

Doch wenn Gott dieses Gebet beantwortet und uns offene Augen gibt, dann ist es unsere Pflicht und unser Privileg sorgfältig und energisch die Bibel zu studieren. Das Geschenk, offene Augen zu haben, macht das Bibelstudium nicht unnötig; es macht es effektiv.

Bete dieses Gebet im Glauben; und dann finde die Wunder.

Von David Guzik

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