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In dgdev

Sie hätten mich fast vertilgt auf Erden;
ich aber verlasse deine Befehle nicht.
Belebe mich nach deiner Gnade,
so will ich das Zeugnis deines Mundes bewahren.
(Psalm 119,87-88)

Hin und wieder hört man von Leuten, die eine Nah-Tod-Erfahrung hatten. Man kann sagen, dass der Psalmist seine eigene Nah-Tod-Erfahrung hatte, denn er schreibt: „Sie hätten mich fast vertilgt auf Erden.“ In diesem Abschnitt von Psalm 119 schreit er zu Gott wegen seinen Feinden, die ihm das Schlimmste wünschten.

Doch achte auf seine Entschlossenheit: „Sie hätten mich fast vertilgt auf Erden; ich aber verlasse deine Befehle nicht.“ Nichts würde den Psalmisten dazu bringen, sich von Gottes Wort abzuwenden. Er würde in guten wie in schlechten Zeiten daran festhalten.

Es gibt viele Gründe, die eine Person dazu bringen können, Gottes Wort auf die eine oder andere Weise aufzugeben.

  • sündige Kompromisse
  • intellektuelle Arroganz
  • Spott und Verfolgung
  • Herzenskälte
  • Ablenkung durch die Welt
  • die Liebe zu materiellen Dingen
  • gewählte oder zugelassene Geschäftigkeit

Viele von uns kennen die Realität dieser Dinge. Doch hier war der Psalmist fast tot („sie hätten mich fast vertilgt auf Erden“), doch er würde Gottes Wort nicht verlassen.

Das Wort „fast“ ist Gold wert. Es erinnert uns daran, dass, auch wenn unsere Feinde (insbesondere unsere geistlichen) versuchen uns komplett zu zerstören, Gott uns bewahren wird. Er erlaubt es, dass wir angegriffen werden, aber gleichzeitig setzt er dem Erfolg der Angreifer ein Limit. „Fast“ steht für Gottes gnädigen Schutz.

Der Psalmist fährt fort: „Belebe mich nach deiner Gnade.“ Er schaute auf Gott um neues Leben und Erweckung zu bekommen. Doch er wusste, dass er das nicht verdiente, auch wenn er Gottes Wort so sehr liebte. Stattdessen betete er: „Belebe mich nach deiner Gnade“ und nicht nach dem, was ich verdiene.

Freimütig erzählt er von seiner großen Liebe zu Gott und zu Seinem Wort. Doch sein Vertrauen lag in Gottes Güte und Gnade, und nicht in seiner eigenen Liebe zu Gott und Seinem Wort.

Dann sagt er, warum er belebt werden will: „so will ich das Zeugnis deines Mundes bewahren.“ Der Psalmist verstand den Sinn eines belebten Geistes in ihm. Es war nicht nur, um eine geistlich aufregende Zeit zu erleben, sondern um treuer und gehorsamer mit Gott zu gehen. Viele Leute sehen Erweckung nur als eine Zeit, die geistlich aufregend ist, die keinen anderen Sinn hat, als den Menschen Segen und Nervenkitzel zu bescheren. Dieser falsch verstandenen Gedanke von Erweckung hindert das Werk einer tatsächlichen Erweckung.

Bitte Gott heute um Erweckung – aber nicht, weil du sie verdienst, denn das tust du nicht. Bitte Ihn um Erweckung, damit du Seine Wort besser halten kannst.

Von David Guzik

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