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In dgdev

Dein Gebot macht mich weiser als meine Feinde,
denn es ist ewiglich mein.
Ich bin verständiger geworden als alle meine Lehrer,
denn deine Zeugnisse sind mein Nachsinnen.
Ich bin einsichtiger als die Alten,
denn ich achte auf deine Befehle.
(Psalm 119,98-100)

In diesen Versen sehen wir, dass der Psalmist weiser und verständiger war als seine Feinde, seine Lehrer und seine Vorfahren. Das sagte er nicht mit einer prahlerischen und stolzen Haltung; sieh dir an, warum er so etwas sagen konnte: „denn deine Zeugnisse sind mein Nachsinnen.“ Er hatte mehr Einsicht als seine Lehrer (von denen wir hoffen, dass es nicht dieselben waren wie die vorher genannten Feinde), weil er ernsthaft studierte und über Gottes Wort nachdachte.

Dieser Abschnitt zeigt uns, dass es nicht falsch oder schlecht ist, Lehrer zu haben, denn der Psalmist hatte ja welche (entweder jetzt oder in der Vergangenheit), die ihn über das Leben und Gottes Wort lehrten. Dieser Vers ist keine Ablehnung von Lehrern.

Dieser Abschnitt zeigt uns, dass unser Verständnis von Gottes Wort und Wegen sich nicht nur auf das beschränkt, was Lehrer uns beibringen. Wir können durch unser eigenes Studieren und Nachdenken lernen; Lehrer sind oft hilfreich aber nicht unbedingt notwendig. Das Verstehen ist notwendig; ob mit oder ohne Lehrer.

Dieser Abschnitt zeigt uns, dass das Verstehen nicht einfach so kommt. Echtes Nachsinnen bedeutet Arbeit. Es erfordert die Fähigkeit sich zu konzentrieren und die notwendigen Werkzeuge für biblisches Verständnis und zur Analyse.

Dieses Prinzip hat sich immer wieder im Leben von Gottes Dienern bewiesen. Die Bibel erzählt uns von Menschen, die nicht nach weltlichen Maßstäben ausgebildet waren (so wie die Jünger oder in Apg 4,13), und doch hatten sie große Einsichten und dienten Gott auf effektive Weise.

Dieses Prinzip hat sich auch nach biblischer Zeit immer wieder im Leben von Gottes Dienern bewiesen. Beispiele dafür sind Charles Spurgeon, D.L. Moody, William Carey, D. Martyn Lloyd_Jones und Hudson Taylor. Keiner dieser Männer hatte ein theologische Ausbildung nach den Standards ihrer Zeit, sondern sie lernten in ihrem Dienst für Gott, und sie waren effektiv.

Es ist hilfreich, sich daran zu erinnern, dass Gott viele gebrauchte, die sehr gut ausgebildet waren. Moses, Daniel und Paulus sind Beispiele aus der Bibel dafür. Augustinus, Luther und Graham sind einige historische Beispiele. Es ist genauso falsch zu denken, dass eine gute Ausbildung einen für effektiven Dienst untauglich macht, wie zu denken, dass es einen automatisch dazu befähigt.

Als wenn es noch nicht kühn genug gewesen wäre zu sagen, dass er weiser sei als seine Feinde und dass er mehr Verständnis habe als seine Lehrer, fügt der Psalmist auch noch hinzu: „Ich bin einsichtiger als die Alten, denn ich achte auf deine Befehle.“

Das ist besonders bedeutsam, wenn wir daran denken, wie hoch die Weisheit der Alten zu dieser Zeit und in dieser Kultur geschätzt wurde. Heute ist es allzu üblich, die Weisheit und Einsichten der Alten außer Acht zu lassen, aber nicht zu der Zeit des Psalmisten.

Dies zeigt uns, dass, auch wenn wir das Verstehen und die Weisheit der Alten respektieren (was der Psalmist auch sicherlich tat) wir nicht Sklaven ihrer Einsicht und Weisheit sein müssen. Unsere Richtlinie für Glauben, Lehre und das Leben ist die Bibel, nicht das Verständnis oder die Interpretation selbst der großartigen Menschen der Geschichte.

Charles Spurgeon sagte folgendes: „Wir können den weisesten Lehrern zuhören und dumm bleiben, aber wenn wir über das heilige Wort nachdenken, müssen wir weise werden. Es liegt mehr Weisheit in den Zeugnissen des Herrn als in allen Lehren der Menschen, wenn sie in einer riesigen Bibliothek zusammengefasst würden. Das eine Buch hat mehr Gewicht als der ganze Rest.“

Von David Guzik

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