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In dgdev

Ich bin gering und verachtet;
doch deine Befehle habe ich nicht vergessen.
Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit,
und dein Gesetz ist Wahrheit.
(Psalm 119,141-142)

Der Schreiber von Psalm 119 war ein zuversichtlicher Mann, auch wenn ihm bewusst war, dass andere ihn geringschätzten. Er schrieb: „Ich bin gering und verachtet, doch deine Befehle habe ich nicht vergessen.“ Der Psalmist fühlte sich unbedeutend, sowohl für sich selbst (gering), als auch für andere (verachtet). Doch in Gottes Wort fand er Trost und Stärke.

Das erinnert uns an andere die gering und verachtet waren – junge Männer wie David (1. Samuel 16,10-13) und ältere Männer wie Paulus (2. Korinther 11). Doch sie fanden Mut in Gott und sie verstanden Ihn durch Sein Wort.

Es zeigt uns auch, dass der Psalmist Gottes Wort auch dann nicht vergessen würde, wenn er deprimiert oder niedergeschlagen wäre. „Gering und verachtet“ fühlt sich nicht gut an; doch er erinnerte sich an Gottes Wort wenn er sich so fühlte. Meistens rennt man genau vor dem weg, was man am meisten braucht wenn man sich gering und verachtet fühlt.

Wir können uns sicher sein, dass die Worte des Psalmisten ernst gemeint waren und nicht nur demütig klingen sollen. Er war nicht der Typ, der sagte: „Schaut mal, wie demütig ich bin.“ Er fühlte sich wirklich gering und verachtet.

Doch er blieb nicht dabei auf sich selbst zu schauen, sondern er sagt weiter: „Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und dein Gesetz ist Wahrheit.“ Der Psalmist spricht über den ewigen Charakter von Gottes Gerechtigkeit; Er ist gerecht und das wird sich nie ändern. Was Gott ist, wird Er immer sein. Darum ist auch das Wort (dein Gesetz), das uns der unveränderliche Gott uns gegeben hat, die Wahrheit.

Der Satz: „Dein Gesetz ist Wahrheit“ lässt uns an die Unterhaltung denken, die zwischen Jesus und Pilatus stattfand. Jesus sagte:
„Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe; jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme. Pilatus spricht zu ihm: Was ist Wahrheit?“ (Johannes 18,37-38) Für Pilatus waren Soldaten und Armeen die Wahrheit, Rom war die Wahrheit, Caesar war die Wahrheit, politische Macht war die Wahrheit. Doch Jesus wusste, was die Wahrheit ist, während Pilatus immer noch suchte. Jesus wusste genau, was der Psalmist auch wusste: „Dein Gesetz ist Wahrheit.“

Das ist besonders wichtig zu einer Zeit, in der der Relativismus einen starken Einfluss auf das Denken der Menschen hat. Heute ist es üblich, dass die Menschen denken, es gäbe keine „echte“ Wahrheit; es gibt nur deine und meine und ihre Wahrheit. In den westlichen Kulturen glaubt man, das die Wahrheit nur das ist, was Realität ist (das, was wirklich da ist). Oft wird etwas, das Sinn macht oder für einen selbst hilfreich ist für die Wahrheit gehalten.

Der späte christliche Philosoph Francis Schaeffer verbreitete den Gedanken von „wahrer Wahrheit“. Sein Konzept war, dass die Botschaft der Bibel grundlegend wahr ist, egal wie jemand sie annimmt oder wie sie im Leben eines Menschen wirkt. Er wusste, was der Psalmist wusste: „Dein Gesetz ist Wahrheit.“

Von David Guzik

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