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In dgdev

Wäre dein Gesetz nicht meine Freude gewesen,
so wäre ich vergangen in meinem Elend.
Ich will deine Befehle auf ewig nicht vergessen;
denn durch sie hast du mich belebt.
(Psalm 119,92-93)

Die meisten Menschen haben etwas, an dem sie Freude haben – ein Hobby, ein Interesse, eine Form der Unterhaltung, eine Beziehung, was auch immer. Wir wissen nicht, was dem Autor von Psalm 119 sonst noch Freude machte, aber eines ist klar – das Wort Gottes war seine Freude.

Er schrieb: „Wäre dein Gesetz nicht meine Freude gewesen.“ Der Psalmist war glücklich darüber, dass das Wort Gottes seine Freude war. Das Lesen und Studieren von und das Nachdenken über Gottes Wort war für ihn keine Last; es war ihm eine Freude.

Man kann darüber spekulieren, ob ein Grund dafür war, dass Gott ihm in Seinem Wort begegnete. Wenn wir mit Gott in und durch Sein Wort Gemeinschaft haben, dann macht das diese Zeit erfreulich. Wenn die Bibel uns wie ein antikes wissenschaftliches Werk vorkommt, kann uns das zur Last werden; aber als Treffpunkt mit dem lebendigen Gott ist es eine Freude.

Diese Freude hatte echte Resultate. Er wurde durch die Beziehung zu Gott getragen. So sehr, dass er ohne sie „vergangen wäre in seinem Elend“. Der Psalmist wusste, dass er ohne seine Beziehung zu Gott und Seinem Wort, diese Zeit des Elends nicht ertragen hätte.

Man muss betonen, dass diese Freude über reines Bibelwissen hinausgeht. Es ist eine Beziehung zu Gott, die durch Sein Wort Kraft gibt und einen geistlich ernährt. Seine langjährige Übung im Lesen, Lernen, darüber Nachdenken, Verinnerlichen und Tun von Gottes Wort half ihm durch schwierige Zeiten.

Charles Spurgeon schreibt in seinem Kommentar über die Psalmen die Geschichte eines Mannes namens Alexander Wallace:

„Ich war in einem Lebensmittelladen in einer großen industriellen Stadt im Westen Schottlands, als eine arme, alte, gebrechliche Witwe herein kam um ein paar Einkäufe zu tätigen. In dieser Stadt gab es wohl vorher noch nie eine solche Zeit der Not. Fast jede Maschine stand still. Ehrbare und respektable Geschäftsleute hatten schon bessere Tage gesehen und waren auf öffentliche Wohltätigkeitsorganisationen angewiesen. Recht viel Geld (aber trotzdem nur wenig) ging täglich an die wirklich Armen, die es brauchten. Diese arme Witwe hatte ihren tägliche Hungerlohn erhalten und kam nun in den Laden um so viel wie möglich dafür zu bekommen. Sie hatte nur ein paar Münzen in ihrer verschrumpelten Hand. Sie gab den Betrag umsichtig aus – eine Kleinigkeit hiervon und davon. Dann kam sie zu dem letzten Penny, und mit einem Ausdruck heldenhafter Zufriedenheit und heiterer Resignation in ihrem faltigen Gesicht sagte sie: „Mit diesem muss ich Öl kaufen, damit ich in dunklen Nächten meine Bibel lesen kann, denn das ist mein einziger Trost, jetzt wo jeder andere Trost weg ist.“

Sie lebte das, worüber der Psalmist schrieb: „Ich will deine Befehle auf ewig nicht vergessen, denn durch sie hast du mich belebt.“ Der Psalmist wusste um die lebenspendende Macht von Gottes Wort. Dieses Leben stärkte ihn in der Zeit des Elends.

Gottes Wort bringt Leben, denn es ist lebendig. Selbst der begabteste Prediger bringt kein Leben in die Bibel oder „macht die Bibel lebendig“. Die Bibel bringt ihm Leben, und all denen, die ihr die Ehre, die Aufmerksamkeit und den Gehorsam entgegenbringen, die sie verdient.

Von David Guzik

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