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In dgdev

Weicht von mir, ihr Übeltäter,
ich will die Gebote meines Gottes befolgen! (Psalm 119,115)

Im Leben eines Christen gibt es eine ständige Herausforderung: „In der Welt“ zu sein, aber nicht „von der Welt“. „In der Welt“ zu sein (wie in Philipper 2,15) bedeutet, dass wir in der Kultur und Gesellschaft präsent sind, und dass wir als Lichter für Gottes Liebe und Wahrheit leuchten. „Von der Welt“ zu sein (so wie in Johannes 15,19) bedeutet, dass wir uns von der Kultur und Gesellschaft unsere Werte und Prinzipien vorgeben lassen. Wir müssen sowohl unsere Werte als auch den Einfluss auf uns beachten.

Die eine Hälfte davon meinte der Psalmist als er schrieb: „Weicht von mir, ihr Übeltäter.“ Das war eine kleine Abweichung von der Konversation, die er gerade mit Gott über Sein Wort führte. Der Psalmist wendet sich an die Übeltäter, die ihm solche Probleme machten. Er wusste, dass es das Beste war, so viel Platz zwischen ihm und den Übeltätern zu lassen wie möglich, also sagte er ihnen: „Weicht von mir.“

Das heißt, dass der Psalmist sich seine Freunde sehr sorgfältig aussuchte. Wie man so sagt: „Zeig mir, wer deine Freunde sind, und ich sage dir, wie deine Zukunft aussieht.“ Ob wir es merken oder nicht: wir übernehmen einige Eigenschaften unserer Freunde, gute und schlechte.

Doch wir haben hier nicht das Gefühl, dass der Psalmist nie mit Leuten, die Gott nicht kannten oder ehrten, in Kontakt kam. Er wusste aber, dass er ihren Einfluss auf sein Leben einschränken musste. Es gab eine Zeit und einen Ort, um sich von denen, die Böses taten, fernzuhalten.

Dann erklärt er, warum er diesen Abstand haben wollte: Ich will die Gebote meines Gottes befolgen!“ Er war entschlossen, gehorsam zu sein, die Gebote Gottes einzuhalten.

Der zweite Satz dieses Verses hängt ganz eng mit dem ersten zusammen. Er fand, dass es in Gesellschaft der Übeltäter schwieriger war Gottes Gebote zu halten, also schickte er sie weg. Er hatte gemerkt, dass er Gottes Gebote halten musste, aber nicht die Bekanntschaft zu jedem.

Dasselbe tat auch Jesus als er dem Teufel in der Wüste widerstand (Matthäus 4). Er sagte dem Teufel, er solle verschwinden (Matthäus 4,10) und verließ sich wiederholt auf Gottes Wort (Matthäus 4,4+7+10).

Es kann sein, dass für einige, die das, was der Psalmist hier beschreibt,lesen das nicht relevant ist. Einige Nachfolger Jesu sind zu isoliert von Menschen, denen sie das Licht bringen könnten. Doch das ist genau das, was sie tun müssen. Andere denken: „Jesus war die ganze Zeit mit Sündern zusammen – also kann ich das auch.“ Doch es gibt einen großen Unterschied: Jesus war mit Sündern zusammen als Arzt, um sie zu lieben und ihre sündigen Herzen zu heilen (Lukas 5,29-32). Wenn wir mit Leuten, die Gott nicht kennen, zusammen sind, dann sollten wir auch Arzt sein (oder Arzthelfer/in) und nicht als solche, die auch Böses tun.

Das können wir aber nur, wenn wir nah bei Gott sind. In diesem ganzen langen Psalm, erscheint das Wort „Gott“ nur einmal – hier in diesem Vers. Wenn „Gott“ genannt wird, dann ist es in einem persönlichen Sinn – mein Gott. Mit dieser engen persönlichen Verbindung zu Gott können wir die Weisheit haben in der Welt zu sein, aber nicht von ihr.

Von David Guzik

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