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In dgdev

Er aber antwortete: Lass mich deine Herrlichkeit sehen. (2. Mose 33,18)

Mose war treu für die Nation Israel eingetreten. Sie verdienten eigentlich den Tod, aber Gott verschonte Israel, weil Mose dafür gebetet hatte. Danach hatte Mose ein größeres Verlangen – Gottes Herrlichkeit zu sehen. Bei der ersten sich ihm bietenden Gelegenheit bat er Gott: „Lass mich deine Herrlichkeit sehen.“ Wir wissen nicht in welchem Ton Mose fragte; vielleicht war es nur ein zartes Wispern, vielleicht war es Mose peinlich eine solch kühne Bitte zu äußern. Wie auch immer, er sagte es und Gott hörte es.

„Lass mich deine Herrlichkeit sehen“ ist eine interessante Bitte. Die Bibel sagt uns deutlich, dass Mose schon etwas von Gottes Herrlichkeit zu sehen bekommen hatte. In 2. Mose 16,10 steht: „die Herrlichkeit des HERRN erschien in der Wolke“, und Mose war ja dabei und sah dies. In 2. Mose 24,16-17 steht: „Und die Herrlichkeit des HERRN ruhte auf dem Berg Sinai, und die Wolke bedeckte ihn sechs Tage lang; am siebten Tag aber rief er Mose von der Wolke aus zu.“ Mose stieg auf den Berg mitten in diese Wolke der Herrlichkeit hinein.

Mose hatte etwas von Gottes Herrlichkeit gesehen, doch er wusste, dass es noch so viel gab, was er noch nicht gesehen hatte. Er war mit seinen bisherigen Erfahrungen nicht zufrieden; er hatte einen Hunger nach Gott, der nicht durch ein einziges Erlebnis gestillt werden konnte, egal wie wundervoll es gewesen war. Je mehr Mose von Gott erlebte, desto mehr wollte er von Gott sehen.

Wenn wir etwas wirklich schätzen, gehen wir damit genauso um. Ein Fussballspieler ist nie damit zufrieden, nur ein Tor zu schießen und ein Baseballspieler ist niemals damit zufrieden, nur einen Home Rund zu schlagen. Verliebte sind nicht lange mit nur einem Kuss zufrieden. Ein Verkäufer ist niemals zufrieden mit nur einem Verkauf. Wenn wir etwas wirklich lieben, sind wir zurecht nicht mit nur einem Bißchen zufrieden. Wir wollen mehr.

Ist das deine Herzenseinstellung gegenüber Gott? Bist du schnell zufrieden in deiner Beschäftigung mit Gott? Einige Menschen denken nur zweimal im Jahr an Gott – Weihnachten und Ostern. Das zeigt, dass ihr Verlangen nach Gott nicht sehr stark ist.

Jesus sagte: „Gesegnet sind die, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden“ (Matthäus 5,6). Wenn wir diese Art von Hunger nach Gott und Seiner Gerechtigkeit haben, ist das für Ihn keine Selbstsucht. Er sieht es als angemessenen Hunger, der gestillt werden sollte.

Wonach bist, geistlich gesprochen, du hungrig? Bitte Gott, dir ein tieferes Verlangen nach Ihm zu schenken, und dieses Verlangen sowohl zufriedenzustellen als auch zu vertiefen.

Von David Guzik

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