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In dgdev

Jesus aber, der in sich selbst erkannt hatte, dass eine Kraft von ihm ausgegangen war, wandte sich sogleich inmitten der Menge um und sprach: Wer hat mein Gewand angerührt? Da sprachen seine Jünger zu ihm: Du siehst, wie das Volk dich drängt, und sprichst: Wer hat mich angerührt? Und er sah sich um nach der, die das getan hatte. (Markus 5,30-32)

Hier in einem Dorf an der Küste des Sees von Galiläa – wahrscheinlich Kapernaum – war Jesus auf dem Weg, die kranke Tochter des Obersten der Synagoge zu besuchen. Sie war dem Tod nah und starb bevor Jesus bei ihr ankam; doch auf dem Weg dorthin passierte etwas Ungewöhnliches.

In der Menge, mit Dutzenden von Leuten, die sich um Jesus in den engen Gassen von Kapernaum drängten, berührte eine Frau heimlich den Saum von Jesu Umhang, in dem Glauben daran, dass sie dadurch geheilt würde. Ihr Glaube wurde belohnt – sie berührte das Gewand, glaubte und wurde von einem 12 Jahre langen Leiden geheilt.

Dann tat Jesus etwas sehr Interessantes. In Markus 5,30 steht die Frage, die Jesus stellte: „Wer hat mein Gewand angerührt?“

Es ist deshalb interessant, weil Jesus die Frage für die Frau stellte, nicht weil Er nicht wusste, wer die Person war. Jesus wusste, wer Ihn berührt hatte, denn in Markus 5,32 steht, dass Er sie direkt anschaute, als Er die Frage stellte.

Es ist sogar noch interessanter, wenn wir die Antwort der Jünger darauf sehen; sie waren erstaunt, dass Jesus so eine Frage stellen konnte. Der Situation nach sagten die Jünger zu Ihm: „Wir sind hier mitten im Gedränge und Du fragst: Wer hat mich berührt?“ Doch die Jünger verstanden den Unterschied nicht zwischen einem zufälligem Kontakt mit Jesus und einer Berührung im Glauben.

Man kann sich vorstellen, dass manche durch die Massen gegen Jesus gedrängt wurden. Es waren so viele Leute, die mit Jesus körperlich an diesem Tag in Berührung kamen. Als das Wunder, das diese Frau an jenem Tag erlebte, bekannt wurde, hätten viele von ihnen sagen können: „Ich bin gegen Jesus gestoßen, ich hab Ihn berührt – aber ich wurde nicht geheilt.“

Doch es ist ein großer Unterschied zwischen hin und wieder einmal gegen Jesus zu stoßen und sich im Glauben nach Ihm auszustrecken. Du kannst Woche für Woche zur Versammlung von Gottes Kindern gehen und „gegen Jesus stoßen“. Das ist nicht dasselbe wie sich nach Ihm im Glauben auszustrecken. Zufälliger Kontakt mit Jesus ist besser als gar keiner; aber die beste Verbindung zu Jesus ist ein aktiver Glaube.

Es gibt Leute, die gehen in den Gottesdienst oder anderen Versammlungen von Christen, und sie spüren, dass andere etwas empfangen, aber sie nicht. Sie fragen sich, warum sie ausgelassen werden, warum sie das nicht bekommen, was die anderen bekommen. Ich will nicht sagen, dass das auf jede Situation zutrifft, aber in vielen Fällen liegt es daran, dass einige sich nach Jesus im Glauben ausstrecken und andere haben einfach nur eine Art zufälligen Kontakt zu Ihm.

Nicht jeder Kontakt mit Jesus bringt Errettung. Man kann in Jesu Gegenwart sein und (sozusagen) gegen Ihn stoßen. Nur der entschiedene, hingegebene Glaube an Jesus bringt alles, was wir von Ihm brauchen.

Jesus weiß es, wenn jemand sich nach Ihm im Glauben ausstreckt, und Er wird denjenigen niemals enttäuschen. Entscheide dich heute dafür, nicht nur zufälligen Kontakt zu Jesus zu haben; strecke dich nach Ihm aus, mit demselben Herz des Glaubens, das diese Frau hatte.

Von David Guzik

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