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In dgdev

Meine Augen verlangen nach deiner Rettung
und nach dem Wort deiner Gerechtigkeit.
Handle mit deinem Knecht nach deiner Gnade
und lehre mich deine Satzungen!
Ich bin dein Knecht; gib mir Einsicht,
damit ich deine Zeugnisse verstehe!
(Psalm 119,123-125)

Wenn man etwas lange Zeit anstarrt, fangen die Augen an zu schmerzen. Der Dichter von Psalm 119 liebte Gottes Wort, und er schaute es sich jeden Tag so intensiv an, dass er sagen konnte: „Meine Augen verlangen nach deiner Rettung und nach dem Wort deiner Gnade.“ Das ist ein weiterer Hinweis darauf, wie sehr der Psalmist Gottes Wort hingegeben war und wie sehr er die Rettung, die er darin fand, schätzte.

Nicht nur, dass er Gottes Wort las, er suchte auch nach Errettung darin. Er hatte viele Widersacher und Feinde, und er suchte Gottes Hilfe in Gottes Wort. Die gute Nachricht ist, dass, selbst wenn unsere Augen versagen, Gott niemals versagt und Gottes Augen uns immer sehen und uns mit Mitgefühl anschauen.

Diese Erwartungshaltung zeigt, dass Glauben vor der Erfahrung kommt. Der Psalmist war bereit zu glauben, bis er die Erfahrung machen konnte, und er würde auf Gottes Rettung warten und warten, so lange es eben dauerte.

Während er Gott in Seinem Wort suchte, bat er Ihn: „Handle mit deinem Knecht nach deiner Gnade und lehre mich deine Satzungen.“ Der Psalmist verstand, dass es ein Beweis Seiner Gnade ist, wenn Gott Seine Kinder lehrt. Es ist nicht Seine Pflicht uns zu lehren; doch weil Er ein barmherziges Herz hat, tut Er es.

Dann rief er: „Ich bin dein Knecht; gib mir Einsicht.“ Zum dritten Mal in fünf Versen nennt sich der Psalmist selbst einen Knecht Gottes. Er verstand, dass dies Pflichten für ihn Gott gegenüber bedeutete, und dass Gott – als sein Meister – ihm gegenüber Pflichten hatte. Darum konnte er um Einsicht bitten. Es ist nur richtig, dass ein Meister seinem Knecht die Bedeutung seiner Regeln lehrt, und Gott ist ein guter Meister für uns.

All das ließ den Psalmisten sein Gebet fortführen und er bat: „Gib mir Einsicht, damit ich deine Zeugnisse verstehe.“ Der Psalmist wollte es verstehen; aber nicht so, dass er die Zukunft oder verborgene Geheimnisse seiner Seele oder eines anderen wissen wollte. Er wollte dieses Verständnis, damit er die Zeugnisse von Gott besser verstehen konnte.

Er glaubte, dass man Gottes Wort verstehen kann, mit Gottes Hilfe. Er glaubte auch, dass es sehr wichtig war, Gottes Wort zu verstehen, denn es würde ihn zu einer anderen Weisheit und einem anderen Verständnis vom Leben führen.

Der Psalmist hatte Recht. Man kann Gottes Wort verstehen; vielleicht nicht jedes kleine Detail, aber die Hauptthemen sind klar. Es ist auch wahr, dass das Verständnis von Gottes Wort uns Weisheit bringt und uns alles im Leben besser verstehen lässt. Es ist so wertvoll, dass Gottes Wort es wert ist, müde Augen davon zu bekommen.

Von David Guzik

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