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Ich rufe von ganzem Herzen: HERR, erhöre mich;
ich will deine Satzungen befolgen!
Ich rufe zu dir; hilf mir,
so will mich deine Zeugnisse bewahren.
Ich komme der Morgendämmerung zuvor und schreie;
ich hoffe auf dein Wort.
(Psalm 119,145-147)

Die Psalmen hallen im Herzen des Gläubigen nach, denn sie drücken auf so machtvolle und gewandte Weise die Emotionen aus, die einer, der Gott folgt, gut kennt. Psalm 119,145 ist ein schönes Beispiel dafür: „Ich rufe von ganzem Herzen . . . ich will deine Satzungen befolgen.“ Der Psalmist flehte Gott an, er schrie zu Ihm. In seinem Flehen wollte er das Wort Gottes einhalten. Es war nicht nur ein Schrei nach Hilfe, Erlösung oder Vergebung; es war ein Schrei nach Gehorsam.

An anderen Stellen in Psalm 119 bat der Autor um Hilfe gegen seine Feinde. Hier betet er um Hilfe gegen sich selbst. Er wusste, dass das Gebet ihm dabei helfen konnte, die nötige Kraft zu bekommen um Gottes Wort zu ehren, also schrie sein ganzes Herz nach dieser Hilfe.

Wenn das ganze Herz zu Gott ruft, ist es nicht nötig, dass das Gebet elegant oder wortgewandt ist. Man könnte sagen:

  • Gott achtet nicht darauf, ob deine Gebete sich gut anhören
  • Gott achtet nicht darauf, wie lang deine Gebete sind
  • Gott achtet nicht darauf, wie viele Gebete du sprichst
  • Gott achtet nicht darauf, wie melodisch deine Gebete klingen
  • Gott achtet nicht darauf, ob deine Gebete schlau sind

Gott achtet darauf, ob deine Gebete ernst gemeint sind, ob sie von Herzen kommen.

Dieser Gedanke war dem Psalmisten so wichtig, dass er ihn wiederholte: „Ich rufe zu dir; hilf mir, so will ich deine Zeugnisse bewahren.“ Der Psalmist schrie leidenschaftlich zu Gott und bat um Weisheit und Kraft und um die Fähigkeit Gott zu gehorchen. „Ich rufe zu dir“ bedeutet, dass er das nicht nur in Gedanken betete, sondern laut aussprach. So ein Gebet gefällt Gott.

Die Erwartungshaltung eines solchen Glaubens zeigt sich in diesen Worten: „Ich komme der Morgendämmerung zuvor und schreie; ich hoffe auf dein Wort.“ Der Psalmist verließ sich ganz und gar auf Gott und Sein Wort, aber das heißt nicht, dass er sonst nichts tat. Er stand früh auf um Gott im Gebet zu suchen (ich schreie) und zwar mit Hilfe von Gottes Wort (ich hoffe auf dein Wort).

Wenn wir Gottes Wort studieren, beten wir; das ist essentiell. Doch wir brauchen auch Gottes Wort in unseren Gebeten. Das Wort zeigt uns im Gebet:

  • die Natur und das Herz Gottes
  • was wir von Gott empfangen haben, und wofür wir Ihm danken sollen
  • Seine Größe, die uns Ihn loben lässt
  • Seinen moralischen Willen, und dass wir dafür beten ihn tun zu können
  • Seine Verheißungen für Sein Volk, welche wir im Glauben beanspruchen
  • Inhalt für unsere Gebete, während wir die Schrift betend lesen

Ruf zu Ihm und hoffe auf Sein Wort – ein gutes Wort für das neue Jahr.

Von David Guzik

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