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In dgdev

Und der HERR sprach zu Mose: Was schreist du zu mir? Sage den Kindern Israels, dass sie aufbrechen sollen! (2. Mose 14,15)

Es war eine verzweifelte Situation: die ägyptische Armee näherte sich sehr schnell den wehrlose Israeliten. Sie konnten nirgendwo hin, außer in das Wasser des Roten Meeres, das vor ihnen lag. Mose tat das, was ein geistlicher Mann eben tut: er betete. Doch es war zu diesem Zeitpunkt das Falsche. Es war nicht die Zeit zum Beten, sondern die Zeit zum Handeln.

Gott fragte Mose: „Was schreist du zu mir?“ Die Antwort schien offensichtlich zu sein. „HERR, ich schreie zu Dir, weil ich nichts anderes tun kann. Innerhalb der nächsten Stunden werden wir vernichtet, wenn Du nicht etwas tust.“ Doch es gibt eine Zeit um zu Beten und eine Zeit um nicht zu beten. Mose hatte das durcheinandergebracht.

Manchmal ist es die falsche Zeit um zu beten. Die Bibel sagt uns, dass wir in ständiger Kommunikation mit Gott leben sollen und so das Gebot erfüllen: „Betet ohne Unterlass“ (1. Thessalonicher 5,17). Aber es gibt auch die Art Gebet: „Ich-tue-nichts-anderes-als-beten“. Diese Art von Gebet ist manchmal nicht angebracht. Es kann sogar in bestimmten Situationen gegen Gottes Willen sein, wenn du aufhörst zu handeln und nur betest.

Es ist auch falsch, wenn man mit einer schlechten Motivation betet. Manchmal beten wir selbstsüchtig, indem wir nicht nur um Dinge für uns selbst bitten (was nicht unbedingt falsch ist), sondern indem wir um Dinge bitten, die unsere selbstsüchtigen Wünsche erfüllen. Das ist eine Art von falschem Gebet.

Es ist auch falsch, wenn wir mit anderen gemeinsam beten, um die, die zuhören, über bestimmte Dinge zu informieren. Einige, die von sich glauben, dass sie nie lästern, tun dies aber bei einem Gebetstreffen. Anstatt dass sie im Gebet zu Gott sprechen, benutzen sie das Gebet um anderen den neuesten Klatsch in einem „heiligen“ Rahmen mitzuteilen. Das ist eine Art von falschem Gebet.

Es ist falsch, wenn wir beten, um eine Situation zu kontrollieren. Viele wissen, wie man mit genau dem richtigen heiligen Ton in der Stimme sagt: „Lasst uns beten.“ Dann beten sie und reden mehr mit den Menschen als mit Gott, in der Hoffnung, dass sie damit die Leute beeinflussen können. Das ist eine Art von falschem Gebet.

Es ist falsch, wenn wir deshalb beten, um eine Aktion zu vermeiden. Viele sagen, wenn sie um Hilfe gebeten werden: „Lass mich darüber beten“ und sie beten niemals darüber. Vielleicht denken sie darüber nach oder reden mit anderen darüber, aber sie beten nicht darüber. Und wenn sie es doch tun, fragen sie nicht wirklich nach Gottes Willen. Für sie ist das Gebet mehr wie eine Verzögerungstaktik. Das ist eine Art von falschem Gebet.

Es ist ein Zeugnis für unsere gefallene Menschheit, dass wir etwas Gutes und Heiliges wie das Beten nehmen und es auf falsche Art und Weise nutzen. Möge Gott uns helfen, mehr in der richtigen Art zu beten als in der falschen.

Von David Guzik

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