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In dgdev

Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen
und nicht zur Habgier!
Halte meine Augen davon ab
nach Nichtigem zu schauen;
belebe mich auf deinem Weg!
(Psalm 119,36-37)

Der Komponist des großartigen Psalmes 119 wusste etwas Spezielles über sich selbst und die allgemeine menschliche Natur.. Er wusste, dass Habgier eine große Gefahr im Leben mit Gott darstellt. Darum betete er: „Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen und nicht zur Habgier!“ Ein Herz, dass Gottes Wort zugeneigt war, half ihm mit dem zufrieden zu sein, was Gott ihm gab.

Die Bibel erzählt uns davon, wie Habgier das Leben vieler Menschen ruiniert hat.

  • Balaam verkaufte Gottes Volk und seine eigene Seele aus Habgier (4. Mose 22,2; 2. Petrus 14,16)
  • Ahab mordete aus Habgier (1. Könige 21,1-13)
  • David beging Ehebruch und einen Mord, weil er begehrte (2. Samuel 6,2-17)
  • Achan stahl und Israel wurde geschlagen wegen seiner Habgier (Josua 7,21)
  • Judas bestahl die anderen Jünger und verriet Jesus aus Habgier (Johannes 12,6 und Matthäus 26,14-16)
  • Gehasi log aus Habgier (2. Könige 5,20-26)
  • Ananias log den Heiligen Geist an aus Habgier (Apostelgeschichte 5,1-8)

Der Psalmist wusste auch, dass ein Weg gegen die Habgier zu kämpfen der ist, dass man die Augen auf den Herrn gerichtet hält und weg von wertlosen Sachen. Also betete er: „Halte meine Augen davon ab, nach Nichtigem zu schauen.“ Es stimmt, dass einige Dinge, im Vergleich gesehen, wertlos sind. Sie haben keinerlei Wert für die Ewigkeit und nur wenig wert für die jetzige Zeit. Er betete, dass Gott ihm die Kraft geben und ihn dazu fähig machen würde, seine Augen und seine Aufmerksamkeit von diesen Dingen zu nehmen.

Viele Leben werden verschwendet, weil die Menschen nicht bereit sind oder nicht fähig sind, ihre Augen von diesen wertlosen Sachen wegzuwenden. Die moderne Welt mit den Medien und der Unterhaltungstechnologie bringt einen endlosen Fluss solcher wertlosen Dinge, die nicht nur unsere Augen fesseln, sondern auch unser Herz und unsere Gedanken.

Einige Dinge sind ganz klar wertlos; von anderen Dingen glauben wir, dass sie wertvoll sind, doch tatsächlich sind sie wertlos.

  • wertlos, weil sie nicht gut sind
  • wertlos, weil sie nicht bestehen
  • wertlos, weil sie niemandem nützen
  •  wertlos, weil sie keinen Glauben, keine Hoffnung, keine Liebe bringen
  • wertlos, weil sie von den Dingen ablenken, die wirklich wertvoll sind
  • wertlos, weil sie nichts mit Jesus zu tun haben

Wie viele von uns auch verstand der Psalmist, dass er eine natürliche Tendenz zu den wertlosen Dingen hatte, also betete er gegen diese natürliche Tendenz. Doch die Augen sind so mächtig, dass der Psalmist beten musste; er musste um eine Kraft beten, die außerhalb von ihm selbst lag, damit er seine Augen von den wertlosen Dingen abwenden konnte. Hatte er keine Augenlider? Keine Muskeln im Hals um seinen Kopf wegzudrehen? Doch wir alle können sein Gebet nachempfinden; die Augen sind so klein – und doch können sie eine ganze Person zerstören, und oft tun sie das auch. Denn die Augen lenken das Herz, die Gedanken, und sie können eine ganze Person lenken.

Er hat sich seine Augen nicht herausgerissen oder hat Gott darum gebeten, das zu tun. Er wollte auf eine andere Weise sehen, eine bessere Weise. Der beste Weg den Blick von der Sünde wegzuwenden, ist, auf etwas anderes zu schauen.

Dann betete er ein weiteres Gebet, nämlich um Erweckung: „Belebe mich auf deinem Weg.“ Er wollte, dass er auf Gottes Weg (oder Pfad) wieder lebendig wurde. Der Psalmist wollte auf Gottes Weg gehen, und das mit einem lebendigen Herzen. Er betete für Leblosigkeit in der einen Richtung – auf wertlose Dinge zu, und für Leben in der anderen Richtung – Gottes Weg.

Das ist wertvoll, nicht wertlos.

Von David Guzik

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