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In dgdev

Du wirst alle verwerfen,
die von deinen Satzungen abweichen;
denn ihre Täuschung ist vergeblich.
Wie Schlacken räumst du alle Gottlosen von der Erde hinweg;
darum liebe ich deine Zeugnisse.
Mein Fleisch schaudert aus Furcht vor dir,
und ich habe Ehrfurcht vor deinen Rechtsbestimmungen.
(Psalm 119,118-120)

Der Autor von Psalm 119 liebte Gottes Wort; er las es, betete es, dachte darüber nach und tat sein Bestes, um danach zu leben und ihm zu gehorchen. Doch seine Zeit mit der Schrift lehrte ihn eine manchmal unangenehme Wahrheit: dass Gott ein gerechter Richter ist, und dass es Teil Seines Charakters ist, das Böse und die Übeltäter zu richten.

Darum schrieb er: „Du wirst alle verwerfen, die von deinen Satzungen abweichen.“ Der Psalmist erkannte das gerechte Richten Gottes. Er verstand, dass Gott Sein Wort (Satzungen) als Maßeinheit für Sein Gericht nimmt und alle die verwirft, die von Seinem Wort abweichen. Und dieses Prinzip zeigt sich hier.

Gottes Gericht im Hinterkopf habend, gebraucht er ein Bild um diesen Gedanken deutlicher zu machen. „Wie Schlacken räumst du alle Gottlosen von der Erde hinweg.“ Hinter Gottes Gericht steht ein reinigender Sinn und Zweck. Er reinigt die Erde von den Bösen, indem er sie als Verunreinigungen sieht, die entfernt werden müssen.

Schlacken sind Abfallprodukte, die entstehen, wenn kostbare Metalle veredelt werden. Der Schmied erhitzt das Gold oder Silber, und wenn die richtige Temperatur erreicht ist, kommen die Schlacken nach oben und können vorsichtig entfernt werden.

Sünde ist auf manche Arten wie Schlacke:

  • Die Schlacken überdecken den Glanz und die Schönheit des Metalls; sie machen es trübe.
  • Schlacken sind trügerisch; es ist kein Silber, aber es scheint so; es ist kein Gold, aber es scheint so.
  • Schlacken werden durch das Feuer nicht besser.
  • Schlacken sind wertlos, sie haben keinen Wert und dienen keinem Zweck.
  • Schlacken beschädigen Metalle, denn sie begünstigen Rost. Metall mit Schlacke darin wird weggefressen.

Bei dem Gedanken an das Gericht für die Bösen schreibt der Psalmist: „Darum liebe ich deine Zeugnisse.“ Die Betrachtung dieses gerechten Gerichts bringt den Psalmisten dazu Gott noch mehr zu preisen. Er lobte Gott und Sein Wort (deine Zeugnisse) als gerechtes Maß für Gericht.

Aber es ließ ihn auch über sein eigenes Leben nachdenken: „Mein Fleisch schaudert aus Furcht vor dir, und ich habe Ehrfurcht vor deinen Rechtsbestimmungen.“ Als der Psalmist über das gerechte Gericht Gottes nachdachte, schaute er sich sein eigenes Leben an und verstand, dass dieses überhaupt nicht gerecht war. Dieses Schaudern aus Furcht ließ ihn zu Gott eilen, um das alles bedeckende Sühneopfer in Anspruch zu nehmen.

Der Psalmist freute sich nicht über das Gericht, das die Bösen bekommen; es ließ ihn in heiliger Furcht erzittern. Das ist sehr weise – auch für uns.

Von David Guzik

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