Tag 1

Wir sitzen abends hier mit 14 hungrigen Männern völlig übermüdet in einem Restaurant und warten aufs Essen. Nach und nach treffen die Meldungen über Gerichte ein, die alle aus sind. Ich kann nicht mehr. 30 Stunden mit wenig Schlaf ist einfach „too much“ als Start in eine fremde Kultur😃.

Jetzt aber erst mal auf Anfang spulen. Heute morgen um 6.30 Uhr gings mit einer kräftigen Gesprächszeit mit dem Vater als Start in unser Unternehmen „Lombok“ los. Planmäßige Abfahrt in Siegen und Einchecken in Düsseldorf. Aber da wurde es schon spannend. Unsere „adipösen“ Koffer mussten umgepackt und umgelagert werden. Zum Glück stellte die Airline die nötigen Pappkartons.

Insgesamt 14 1/2 Stunden Flugzeit liegen vor uns – die Beine des ein oder anderen schneiden Fratzen ob der nicht vorhandenen Beinfreiheit.

Wir wollen aber nicht klagen. Es gibt Schlimmeres.

Nachdem wir uns beim Zoll wie im Supermarkt an der längsten Schlange angestellt hatten,  waren jedoch die Zöllner bei der Einreise nach Indonesien 🇮🇩 die Härte, die unsere Kofferinhalte komplett auseinander nehmen wollten. 14 gleichgekleidete Männer erregen offensichtlich Argwohn und Misstrauen. Die Zöllner hatten schon personell aufgerüstet und unsere kleinen Männerherzchen waren ins berühmte Höschen gerutscht. Als Segen erwies sich ein Schreiben auf englisch, was jeder im Koffer liegen hatte. Wir wurden darin als Erdbebenhelfer für Lombok ausgewiesen. Das machte mächtig Eindruck auf die Armada der grimmig dreinblickenden Staatsgewalten. Danach ging alles ganz schnell und wir waren im Land. Nachdem sich unser Kleinbusfahrer noch zweimal verfahren hatte, fanden wir tatsächlich doch noch unser Ziel.

Ihr habt bestimmt für eine gute Reise geb*t*t. Das haben wir heute gemerkt. Unser Herr ist da und IHM sei die Ehre.

Trotzdem sitzen jetzt 14 hungrige Männer in einem Restaurant und warten seit gefühlten Stunden auf das Essen und sind hundemüde.

Mein G*b*t für heute Abend: „HERR, lehre mich Geduld – aber schnell! ;-)

Das erste teaching steht noch an. Mal sehn, ob wir es im Hellen noch schaffen.

Herzlichst grüßt wieder: Martin Henrichs

PS: Morgen geht´s mit einer Art Schnellboot fast 4 Stunden nach Lombok. Vielleicht lässt sich der eine oder Andere dabei noch mal das lang ersehnte Abendessen durch den Kopf gehen. Zeit genug dafür wäre ja!