Ein bißchen Schwermut lag schon in der Luft. Auf beiden Seiten. Gestern Abend hatten wir noch mit unseren Gastgebern zusammengesessen und den ganzen Arbeitseinsatz reflektiert. Vor unserer Ankunft stellten sie sich schon ernsthaft die Frage, wer da so alles kommt, wie benehmen die sich, wie wird der Arbeitskraftakt werden. Jetzt wissen sie es. Ganz genau. Im Ernst jetzt. Überglücklich darüber, dass das Wohnhaus wieder sicher, bewohnbar und als topping noch mit einem Wohnzimmeranbau versehen. Sie haben sich gefühlte 500 Mal bei uns bedankt. Eine Mischung aus Geburtstag und Weihnachten, weil wir auch noch Maschinen und Werkzeuge da gelassen haben. Ein großer Gabentisch schmückt nun einen kompletten Raum. Das passt recht gut zu dem Weihnachtsbaum, der noch in ihrer jetzigen Wohnung steht. 😉. Die Dankbarkeit war natürlich auch ganz unsererseits, hatten wir in der Planung auch mit dem Schlimmsten gerechnet: Wir sahen uns schon auf dem Boden schlafend, mangelversorgt, dreckverschmiert, 14 Stunden arbeitend, weltpolitisch „bildungsbelückt“ und fern der Heimat. Das einzige, was zu traf, war „fern der Heimat“ – alles andere war mehr als gut. PG würde jetzt sagen: „Sensationell!“ Von daher fahren wir mit einem weinenden und einem lachenden Auge nach Hause. Das weinende Auge weint über die tolle Zeit, die wir als Gruppe und als Schaffende hatten und das lachende Auge lacht unseren Liebchen und der Familie entgegen, die 14 Tage ohne uns klar kommen mussten (und die Zeit vielleicht auch genossen haben 😉 ).  Morgen geht nun der Flieger ab nach Hause, nachdem wir heute einen heißen Ritt mit dem Auto in den Süden der Insel hinter uns gebracht haben. Zum Glück wurde keiner verletzt. Mann-o-Mann. Nach einer Übernachtung im Hotel starten wir morgen in aller Frühe. Zum Abschluss schreibe ich in den nächsten Tagen noch, wie die Rückreise war (falls ihr das dann noch wissen wollt.)

Eine Geschichte muss ich euch aber noch erzählen:

Vorgestern Abend, als Eckhard und ich ins Bett gehen wollten, hatten wir plötzlich Besuch in unserer Bude. Ein Tokay (lat. Gecko gecko) meinte, uns bei unserer Nachtruhe Gesellschaft leisten zu müssen. Den wollten wir uns nun wirklich nicht um die Nase rumspringen lassen. Das ca. 35 cm lange Tier reagierte weder auf gutes Zureden, noch auf die Gabe von allen möglichen Mitteln, die man in die Ruheposition des Tieres zerstäuben konnte. Durch ein Stöckchen angestoßen floh es in einen Spalt zwischen Außenwand und Deckenbalken und war nicht willens, diesen Zufluchtsort wieder zu verlassen. „Okay Tokay“, sagte ich zu Eckhard, „dann müssen wir eben einen Gefangenen machen“. Gesagt, getan. Das Gästehandtuch wurde zu einer formschönen „Tokaybremse“ geformt, in den Spalt gedrückt und angepasst. Ende Gelände. Die Nacht verlief ruhig und ohne Ausbruchsversuche. Anderntags wurde unser Gastgeber verständigt, sich um den Eindringling, der auch beißen kann, zu kümmern. Ob er´s getan hat? Und wenn er nicht gestorben ist, dann lebet er noch heute.

Also bis dann: der Martin Henrichs