Was zu Beginn der Reise wohlwollend aufgenommen wurde, ist nun unser täglicher Begleiter: Reis. Es gibt Reis. Morgens Reis. Mittags Reis. Abends Reis. Der eine oder andere möchte schon „Reisausnehmen“, doch meint es das Küchenteam heute am frühen Morgen gut mit uns: Pfannkuchen mit Ananas werden serviert. So gestärkt machen sich die Werkreisenden an die Arbeit.

Das Elektrikteam staunt einmal mehr, welch‘ kreativen Kräfte Reis wecken kann. Gemeint ist jetzt nicht die Kreativität der Siegener, vielmehr ist die Schaffenskraft derer, die in mühsamer Detailarbeit aber auch jede Sicherheitsvorkehrung zu überbrücken vermochten. Und irgendwie scheint, trotz ihrer ganzen Bemühungen, einen Kurzschluss durch das Netzwerk hervorzurufen, dieser nicht einzutreten. Es könnte jedoch auch sein, dass die öffentliche Stromleitung als Teil des Hausnetzes betrachtet wird und dieses etwas Puffer bietet: Insgesamt vier Stromzähler überwachen den Stromeingang auf den Campus. Auch bei den anderen Gewerken scheint der Reis eine nicht unwichtige Rolle gespielt zu haben: Eine Wand kann gerade sein, muss sie aber nicht. Unser Guide vom Vortag verlässt dann auch freudestrahlend die Baustelle mit einer westlichen Erfindung, die hier sicher als exotisches Mitbringsel herumgezeigt werden dürfte: eine Wasserwaage.

Gegen Mittag holt er uns wieder ein: der Reis. Begleitet wird er von Fischen, die zum Zeitpunkt ihres Ablebens vermutlich zu nah an eine der vielen blanken Stromleitungen herangeschwommen waren. Mit ihren offenen Mündern scheinen sie ein letztes Mal „reißt euch zusammen“ zu rufen.

Am Nachmittag geht es dann gewohnt zügig voran. Das Dach ist am Abend dort, wo es sein muss. Das Netzwerk ist nun fertiggestellt und das Elektrikteam kann die vielen isoliert liegenden schlecht isolierten Leitungen einsammeln. Da auch die Küche am Ende ihren Anschluss erhielt, steht die Beilage des Abends rasch fest: Es gibt Reis.

Es schrieb: Christian Stoffers